Online Redaktion (OR): Wenn Sie auf Ihren Start zurückblicken, was war damals Ihr Bild von Ihrer beruflichen Zukunft, als Sie die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik begonnen haben?
V. Heyd (VH): Während der Ausbildung wurde mir klar, dass ich nicht einfach im operativen Bereich bleiben möchte, sondern später, wenn ich mit der Ausbildung fertig bin, mehr Verantwortung übernehmen möchte, mich weiterentwickeln will.
Eine Führungsposition war für mich schon ganz früh ein Ziel, weil ich Dinge aktiv mitgestalten wollte und nicht nur ausführen.
OR: Viele bleiben nach der Ausbildung erst einmal einige Jahre im Job. Sie haben sich sehr früh für Weiterbildungen entschieden. Was hat sie dazu gebracht, diesen Schritt so schnell zu gehen?
VH: Ich bin kein Mensch, der lange auf irgendeiner Stelle stehen bleiben möchte. Mir war sehr wichtig, dass ich die ganze Energie und Motivation aus der Ausbildung direkt mitnehme und weitermache.
So habe ich auch gemerkt, dass ich diese Entwicklung nicht aufschieben möchte, sondern wirklich aktiv dranbleiben will. Das war wirklich gut so, denn schon während der Weiterbildungen wurde mir klar, dass es gar nicht so einfach ist, immer dranzubleiben. Vor allem wenn man so jung ist und vielleicht nebenbei noch andere Dinge privat machen möchte. Von daher, ich bin ein Fan davon, wenn man Dinge durchzieht.
OR: Der Ausbilderschein ist ja oft ein Schritt, der unterschätzt wird. Inwiefern hat diese Erfahrung Ihren Blick auf Ihre eigene berufliche Rolle verändert?
VH: Das stimmt absolut. Der Ausbilderschein hat meinen Blick schon verändert. Man lernt, wie unterschiedlich Menschen lernen und wie wichtig es ist, Inhalte verständlich zu vermitteln. Und zwar so, dass es wirklich jeder versteht.
Das hat mir gezeigt, dass ich nicht nur fachlich, sondern auch mit Menschen arbeiten möchte. Dazu musste ich für mich klären, ob ich vielleicht gar nicht für immer in der Industrie bleibe, sondern direkt in den Bereich Erwachsenenbildung gehe. Gerade mit dem Meister-Titel hat man ja vielfältige Möglichkeiten, überall hinzugehen.
OR: Absolut, Ihre berufliche Laufbahn bis zum Wechsel in die berufliche Weiterbildung für Erwachsene ist mit rund sechseinhalb Jahren vergleichsweise schnell verlaufen. Gab es denn Momente, in denen Sie gezweifelt haben, ob das Tempo vielleicht zu hoch ist?
Alles zu schnell geht?
VH: Ja, natürlich gab es auch Momente, wo man sich fragt: ‚Geht es jetzt vielleicht doch etwas zu schnell?‘ Aber ich habe schon für mich realisiert, ich bin absolut motiviert und diese Motivation, die treibt mich total an.
Weil man weiß: ‚Danach habe ich einen Meisterbrief in der Tasche. Ich kann mich überall hin bewerben und habe einfach diesen Abschluss.‘
Und man ist damit noch mal ein bisschen mehr wert.
Außerdem kann man immer Step-by-Step vorangehen. Das habe ich auch gemacht.
Erstmal den Ausbilderschein, dann habe ich nebenbei wieder gearbeitet. Anschließend habe ich den ersten Teil der Prüfungen abgelegt, danach den zweiten und zwischenzeitlich habe ich immer wieder Berufserfahrung gesammelt.
Das hat mir gut dabei geholfen.
OR: Wenn Sie jetzt noch mal zurückblicken auf die Weiterbildungen, die Sie gemacht haben: Was hat sich durch die Aufstiegsfortbildung zum Geprüften Logistikmeister (IHK), denn jetzt für Sie ganz konkret, also nicht nur fachlich, verändert? Hat sich auch etwas an Ihrem Selbstverständnis im Beruf, den Sie gelernt haben, verändert?
VH: Fachlich gesehen bekommt man natürlich schon ein viel tieferes Verständnis für allgemeine Prozesse und die ganzen Zusammenhänge im Unternehmen. Aber noch wichtiger war für mich tatsächlich die persönliche Entwicklung.
Man beginnt in größeren Zusammenhängen zu denken, Verantwortung zu übernehmen und wird eigentlich perfekt auf die Zukunft vorbereitet.
Auch unangenehme Situationen können da mal dabei sein, aber das schadet nicht, weil es in der Praxis ja auch nicht immer nur angenehm ist.
So lernt man dann zum Beispiel vor anderen zu sprechen und die Führung zu übernehmen.
OR: Wenn Sie jetzt noch mal zurückblicken auf die Weiterbildungen, die Sie gemacht haben: Was hat sich durch die Aufstiegsfortbildung zum Geprüften Logistikmeister (IHK) denn jetzt für Sie ganz konkret, also nicht nur fachlich, verändert? Hat sich auch etwas an Ihrem Selbstverständnis im Beruf, den Sie gelernt haben, verändert?
Fachlich gesehen bekommt man natürlich schon ein viel tieferes Verständnis für allgemeine Prozesse und die ganzen Zusammenhänge im Unternehmen. Aber noch wichtiger war für mich tatsächlich die persönliche Entwicklung.
Man beginnt in größeren Zusammenhängen zu denken, Verantwortung zu übernehmen und man wird eigentlich perfekt auf die Zukunft vorbereitet.
Auch unangenehme Situationen können da mal dabei sein, aber das schadet nicht, weil es in der Praxis ja auch nicht immer nur angenehm ist.
So lernt man dann zum Beispiel vor anderen zu sprechen und auch die Führung zu übernehmen.
Wenn Sie jetzt noch mal zurückblicken auf die Weiterbildungen, die Sie gemacht haben: Was hat sich durch die Aufstiegsfortbildung zum Geprüften Logistikmeister (IHK), denn jetzt für Sie ganz konkret, also nicht nur fachlich, verändert? Hat sich auch etwas an Ihrem Selbstverständnis im Beruf, den Sie gelernt haben, verändert?
VH: Während meiner eigenen Weiterbildung habe ich erkannt, wie viel Einfluss gute Dozenten haben können. Natürlich gab es gute und vielleicht auch eher schlechtere Dozenten – das hat mich sehr geprägt und gab mir auch ein Vorbild.
Ich möchte eine gute Dozentin sein und nicht nur Wissen anwenden, sondern auch weitergeben und andere auf ihrem Weg unterstützen. Deshalb war der Schritt in die Erwachsenenbildung für mich eine sehr bewusste Entscheidung.
OR: Hat sich Ihr Blick auf Lernen und Weiterbildung noch mal verändert? Wenn ja, inwiefern, seitdem Sie nicht mehr nur Anwenderin sind, sondern Wissen selbst vermitteln?
VH: Es macht mir einfach viel mehr Spaß, als das Wissen nur anzuwenden. Es ist toll zu sehen, wenn andere Fortschritte machen. Ich korrigiere zum Beispiel Klausuren und sehe, die machen totale Fortschritte, die haben sich so schwergetan und später schaffen die dann einen Einser-Schnitt. So erlebe ich ganz viele, die in der Klausur eine 1,0 schaffen und dann heißt es: „Oh danke, Frau Heyd.“ Und das motiviert mich nochmal mehr, guten Unterricht zu machen.
OR: Von außen wirkt Ihr Weg ja sehr geradlinig. Was waren denn die größten Herausforderungen, die man vielleicht auch gar nicht auf den ersten Blick so sieht?
VH: Ja, dahinter steckt schon sehr viel Disziplin und Eigenorganisation. So eine Weiterbildung, vor allem oft neben dem Beruf, bedeutet viel Verzicht und viel Durchhaltevermögen.
Und natürlich muss man sich immer wieder neu beweisen, gerade wenn man vergleichsweise jung ist, ob man das dann auch kann. Aber es macht auf jeden Fall Spaß und es kann ja auch funktionieren, wenn man motiviert dranbleibt.
OR: Wenn Sie heute auf Ihren Weg schauen, gab es Entscheidungen, die Sie im Nachhinein vielleicht anders treffen würden oder Dinge, die Sie unterschätzt haben?
VH: Also im Großen und Ganzen würde ich meinen Weg wieder genauso gehen. Vielleicht würde ich mir an manchen Stellen etwas mehr Zeit nehmen, um Erfolge bewusster wahrzunehmen. Aber grundsätzlich bin ich überzeugt, dass genau dieser Weg mich dahin gebracht hat, wo ich jetzt bin. Von daher bin ich absolut zufrieden.
OR: Was würden Sie jemandem raten, der vielleicht aktuell an dem Punkt steht, an dem Sie vorher gestanden haben? Zum Beispiel nach der Ausbildung etwas verunsichert ist, ob und wie es so weitergehen soll? Haben Sie einen Rat „aus der Praxis für die Praxis“?
VH: Der wichtigste Tipp, ist, erstmal anzufangen oder sich zu trauen. Ich hatte auch immer ein bisschen Angst, gleich die Weiterbildung zu machen, weil ich mir dachte: ‚Schaffe ich das überhaupt?‘ Und der Meister ist natürlich auch nicht einfach.
Viele warten dann auf den perfekten Zeitpunkt und den gibt es meistens nicht. Wenn man motiviert ist und ein Ziel hat, sollte man den ersten Schritt gehen.
Und ganz wichtig ist: Sich nicht mit anderen zu vergleichen, die vielleicht älter sind, sondern den eigenen Weg zu gehen, sein eigenes Ding durchzuziehen.
OR: Nach dem Abschluss des Meisterkurses sind Sie dann von Ihrem alten Arbeitgeber weg. Gab es dort keine Möglichkeiten weiterzukommen?
VH: Damals war es tatsächlich so, dass dort fast jeder eine Weiterbildung gemacht hat. Man war also eher einer von vielen. Das war auch ein Grund, warum ich für mich entschieden habe: Das Gehalt und die Rahmenbedingungen waren zwar gut, aber echte Weiterentwicklungsmöglichkeiten gab es für mich kaum. Gerade in dem Alter bekommt man diese Chancen oft noch nicht.
Ich bin aktuell 24 Jahre alt. Da hätte man mir wahrscheinlich gesagt: „Warten Sie noch zehn oder zwanzig Jahre, dann können Sie eine Führungsposition übernehmen.“ Aber ich bin niemand, der gerne wartet. Ich möchte mich weiterentwickeln und nicht stehen bleiben.
Hinzu kam, dass man die Inhalte aus dem Meisterkurs lernt, und sie auch gerne direkt in der Praxis anwenden können möchte. Auch das hat mich dazu bewegt, zu sagen: Ich möchte noch einmal eine andere Richtung einschlagen, um voranzukommen und mich weiterzuentwickeln.
OR: Gibt es denn jetzt aktuell ein Ziel, das Sie als nächstes anvisieren?
VH: Mein nächstes Ziel ist, Schulungsmanagerin bei IAL zu werden, um dann den ganzen Standort in Landshut zu leiten.
OR: Wird Sie das Thema Weiterbildung für sich selbst auch in Zukunft weiter begleiten?
VH: Auf alle Fälle. Also, ich bin jemand, der sagt, man muss sich immer wieder weiterbilden. Ich merke es jetzt ja auch beim Unterrichten. Die Prüfungen ändern sich auch immer wieder und man muss wirklich schauen, dass man auf dem aktuellen Stand bleibt. Das ist mir wichtig und da bleibe ich auch dran.
OR: Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg für Sie, Frau Heyd.
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